Sonntag, 29. Mai 2016

Ein Hoch auf den Fußballgott!!!


Hallooo zusammen,

ereignisreiche Wochen sind vergangen..
Ich habe euch ja bereits von unseren, anfänglich bescheidenen, Fortschritten mit unseren Soccer Girls erzählt. In den letzten Wochen wurde dann nochmal hoch intensiv trainiert, denn es stand das große Soccer Girls Tournament in East London vor der Tür. Ein von den Freiwilligen eigens auf die Beine gestelltes Turnier bei dem insgesamt 10 Teams aus J-Bay, PE, East London, Berlin und Coffee Bay mit den Freiwilligen als Trainer antraten.
Doch bevor es am Freitag den 20.05 losgehen konnte musste noch einiges erledigt werden. Die größte Herausforderung hierbei war es, ein "konkurrenzfähiges" Team auf die Beine zu stellen. Als kleiner "Köder" diente dabei unsere Ansage, dass nur die Mädels mit nach East London dürfen, die 1. beim Training anwesend sind und sich 2. sichtlich bemühen.
So konnten wir dann (mehr oder weniger ein Tag vor Abreise..) unseren 12 Köpfigen Kader bekanntgeben und zu einer letzten Ansprachen und zur Verabschiedung ins Office unserer Principal Miss Sume schicken. Wobei durch Miss Sume nochmal deutlich gemacht wurde, dass es bei diesem Turnier für unser (sehr junges Team, unser jüngstes Mädchen geht in die Grade 4) hauptsächlich um den Spaß geht. Denn ehrlich gesagt waren auch Tieni und meine Erwartungen an unsere Mannschaft nicht allzu hoch, denn unser Team war wie gesagt echt noch sehr jung im Vergleich zu den anderen Teams, hat erst seit ein par Monaten zusammen trainiert und hatte allgemein noch kaum Spielerfahrung.
Das einzige Spiel, dass unsere Mädchen vor dem Turnier bestritten war ein 0:2 gegen die Mannschaft der Lamani Primary School von Esther und Julius.
Doch drei Tage später sollte alles ganz anders als gedacht kommen...doch zum Ausgang des Turniers später ;)

Abschiedsbild an der Schule
Freitag früh wurden dann noch die letzten organisatorischen Dinge geregelt, bis es dann gegen 10 Uhr endlich mit unseren angemieteten Taxen Richtung East London los ging.
Aus der Fahrt kam ganz schnell ein ausgelassenes "Klassenfahrt-feeling" auf: singende, springende, tanzende aufgeregte Kinder im Bus ließen die gut 3 stündige Fahrt nach East London wie im Flug vergehen.



Angekommen, luden wir alle Sachen aus dem Taxi und bezogen unser Zimmer fürs Wochenende, ein Freigeräumtes Klassenzimmer der A.W. Barnes School, eine Schule an der ebenfalls ASC-Freiwillige arbeiten und mit ihren Sportfeldern als Austragungsort für das Turnier diente.

Das Sportfeld der A.W. Barnes







Jedes Kind bekam eine Matratze als Bett und zusammen mit ihren mitgebrachten und gefühlt 10mx10m großen Decken schien es auch echt eine gemütliche Schlafmöglichkeit zu ergeben. Lustig war, dass sich bei uns alle Kinder unter den Klassentischen ihr Schlafgemach einrichteten, ihre Begründung: "da ist es viel wärmer...!" ...sah aber tatsächlich recht gemütlich aus.

Tieni und ich schliefen natürlich auch mit unsern  Kindern im selben Raum und tatsächlich habe ich echt gut geschlafen!
Am Freitag wurden dann noch kleine Spielchen mit den Kindern gespielt, ein Film geguckt, gegessen und dann ging es auch schon ins Bett, denn am nächsten Tag fing das eigentliche Fußballturnier an.

Da die Sonne hier in Südafrika schon super früh aufgeht, wurden unsere Kinder, zum Leid für Tieni und mich, schon eeecht früh wach und tanzten durch denn Raum und waren völlig aufgedreht. Ich hatte es anfangs noch irgendwie geschafft mehr oder weniger weiterzudösen, wurde dann aber letzten Endes vom "Happy Birthday" unserer Kinder geweckt, da eines unserer Mädels an dem Tag Geburtstag hatte. Nach dem es dann Kuchen und Frühstück gab, konnte es dann endlich mit dem Fußballspielen losgehen!!!
Warm-up






Anstoss zum ersten Spiel


unsere Starspielerin Yolanda im Einsatz
Unsere Mannschaft, die "Golden Girls", schlugen sich im ersten Spiel überraschender Weise echt gut, das erste Spiel wurde mit 1:0 für uns entschieden. Wir waren echt positiv überrascht von der Leistung unserer Mannschaft.
Die weiteren 3 Gruppenspiele gingen wie folgt aus: 0:0, 0:1, 0:0.
Am Ende der Gruppenphase standen unsere Golden Girls punktgleich mit der heimischen Mannschaft der A.W. Barnes auf dem 2. Platz. Somit musste im Elfmeterschießen entschieden werden, welches Team es als Gruppenzweiter ins Halbfinale schaffen sollte. In einem mitreißendem Elfmeterschießen und dank unserer glänzenden Elfmetertorhüterin konnte wir das Elfmeterschießen für uns entschieden und standen im Halbfinale des Turniers!!!!!

unser Elfmeterkiller!!!




Der Samstag war also in sportlicher Hinsicht schon mal ein voller Erfolg!!!
Um den Kopf für das entscheidende Halbfinale am nächsten Tag freizubekommen unternahmen wir nach den Spielen noch einen kleinen Strandausflug an den Strand von East London, bei dem sich unsere Kinder nochmal richtig austoben konnten.



Frei nach Per Mertesackers Aussage bei der WM 2014 nach einem erfolgreichem Spiel: "Ich lege mich jetzt erst mal 3 Tage in die Eistonne..." , denn das Wasser war echt sau kalt, echt bewundernswert wie es unsere Kinder so lange darin aushalten konnte.

Am Abend gab es für alle Kinder (insgesamt ca 120 Kinder) eine Kinderdisko und da ja nur Mädchen vertreten waren, wurde noch ein Laufstegkontest ausgetragen. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Kinder der verschiedensten Regionen und Hautfarben mit einander spielen,Spaß haben und einfach unbeschwert gemeinsam Zeit verbringen!!! An dieser Stelle fühlte man sich nochmal an die Handball Clinic im Mai zurück erinnert, bei der man ähnliches beobachten konnte.
Die Fußballverrückten unter den Freiwilligen schauten sich dann noch das DFB-Pokal Finale über einen arabischen Stream im Lehrerzimmer an, bis es dann für alle recht erschöpft ins Bett ging.
Ganz anders als noch am ersten Abend fielen alle Kinder sofort ins Bett und schliefen für ihre Verhältnisse noch bis spät in die Morgenstunden.

Doch nun wurde es langsam Ernst, das vorentscheidende Halbfinale gegen das Team von Noah und Bella aus Coffee Bay (der Geheimfavorit auf den Gesamtsieg) stand an

die letzten Instruktionen vor dem entscheidenden Spiel


...ob der Vortag noch zu sehr in den Knochen lag oder der Respekt vor dem Gegner zu groß war, ob die Teammanager die falsche Taktik gewählt hatten...man weiß es nicht, jedenfalls ging das Halbfinale für uns leider mit 0:2 verloren.
Zum versöhnenden Abschied, konnten wir jedoch das "kleine Finale" gegen das Team aus Berlin nach einem nervenaufreibenden Spiel durch zwei Traumtoren mit 3:2 gewinnen!
Unser Team, die Golden Girls, übertrafen also alle Erwartungen und belegten am Ende den 3. Platz!!!!!!!!
Wie stolz alle waren kann man kaum beschreiben!!
Siegerehrung
Golden Girls, Platz 3!!!

Hinzu kam noch, dass Yolanda, unser Captain, als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet wurde!!
Aus sportlicher Sicht, ein traumhaftes Ergebnis!

Yolanda, beste Spielerin des Turniers!!!
Abschlussfoto mit allen Teilnehmern





Kaum war die Siegerehrung beendet saßen wir auch kurze Zeit später wieder im Taxi auf dem Weg zurück nach Port Elizabeth.
Die Rückfahrt nach PE, absolutes Gegenteil zur Hinfahrt, alle waren völlig erschöpf und schliefen die drei Stunden über während ich für die musikalische Unterhaltung zuständig war.
Gegen 18 Uhr erreichten wir dann unsere Schule und alle Kinder wurden sicher nach Hause gebracht.
Das Ende eines seeeeehr seeehr schönen und tatsächlich auch seeeeehr erfolgreichen Wochenendes!!
An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei allen meinen Spendern bedanken ohne die dieses Wochenende (Transport, Essen, Trinken etc.) nicht möglich gewesen wäre!!!!!

In den nächsten Tagen kommt mein Bericht über das zweite Big-Project von mir und Tieni...

bis dahin
macht es gut, und bleibt gesund!
euer Lukas



ein Hoch auf das Spiel mit dem runden Leder.. ;)
















Freitag, 15. April 2016

Sport verbindet


 Molo Welt!


sooo ich denke jetzt habe ich euch lange genug warten lassen und es wird mal wieder Zeit, ein kleines Update über das Leben und das Projekt in Südafrika zu geben!
5 (!!!) Monate waren ja Zeit genug, um viele neue Erfahrung zu sammeln.
Erst mal geht es mir weiterhin sehr sehr gut hier, alles, aber wirklich alles macht super viel Spaß hier, auch wenn vielleicht die letzten Wochen ein bisschen anstregender waren.
Aber nun zu den bisherigen Höhepunkten des Jahres 2016!
Das erste große Highlight des Jahres ließ nämlich gar nicht so lange auf sich warten.
Am Wochenende des 5. und 6. März hierß es für alle Einsatzstellen aus dem Eastern Cape, auf nach PE, denn dort findet die alljährliche Continental Handball Clinic statt.
Seit nun schon 3 Jahren findet in PE jährlich  eine von Continental gesponsorte und von den Freiwilligen organisierte Handball Clinic statt. Bei dieser aus allen 6 ASC-Einsatzstellen jeweils 10 Kinder kommen, um an einem ganzen Wochenende ein Handball Coaching von den PE Vikings (der Handball Club aus PE ) zu genießen und ein abschließendes Hanballtunier zu bestreiten.
Gerade für uns PE-Freiwilligen hieß es dann in den Wochen vor der Clinic, organisieren, organisieren und organisieren...
Umso schöner war es für uns dann, als es endlich losgehen konnte.
Denn auch wir kamen jeweils mit ca. 30 Kindern aus unseren Schulen, um am Event teilzunehmen.
Ablauf:
Samstag Vormittags stand für alle Kinder ein rund 5 stündiges Coaching mit 10 verschiedenen Stationen rund um Handball an. Geleitet wurden diese von den Spielern der P.E. Vikings, der Handball Club bei dem auch Esther und Julius mitspielen.
Schöner konnte der Tag echt nicht beginnen, der Zeitplan lief und das Wetter konnte schöner nicht 
sein...fast sogar zu schön. Hinzu kam, dass wir Vormittags auf einem Kunstrasen waren und sich die Hitze so gestaut hatet, dass wir Glück hatten, als plötzlich der Rasenspränger anging. Das war echt wie ein Segen für uns und vor allem die Kinder, die sich eine solche Abkühlung auch redlich verdient hatten!! 


Handball Clinic

Um ca 14Uhr ging es dann für alle Mann mit großen Bussen nach Kwazakhele (das an unser Township grenzende Township) in die Sporthalle um ein abschließendes Hanball Tunier zu spielen.
Tienis und mein Charles Duna Team hat sich dabei auch gar nicht so schlecht geschlagen.
Wobei jedoch das Team aus Coffee Bay mit seinen hochgewachsenen Spielern fast allen überlegen war.
Spaß gemacht hat es trotzdem allen!



eines der Highlights für mich persönlich, die Fahrt im Bus.. :D :D 
Das Handball Team, erleichtert nach zwei langen Tagen









Leider hatten wir dann nicht mehr Soo viel Zeit zu spielen, sodass wir uns entschieden am Sonntag das Tunier fortzusetzen.
Um 5 uhr waren dann auch echt alle Beteiligten so geschaffen, dass es für alle zurück in ihre Unterkünfte oder nach Hause ging.
Die Freiwilligen, die aus den Einsatzstellen außerhalb von PE kamen nahmen ihre Kinder dann noch mit ins Kino, an den Boardwalk oder zeigten Ihnen die "Großstadt" PE.
Es war echt schön zu sehen, wie vor allem die Kinder aus den ländlichen Regionen den Ausflug genossen.
Am Sonntag morgen mussten leider einige Kinder aufgrund der langen Reisezeiten schon früh aufbrechen, sodass es mit dezimierter Zahl an Kindern nochmal in die Sporthalle ging, um ein letztes Mal gemeinsam Hanball zu spielen.
Um ca 3 Uhr waren dann aber auch wirklich die letzten Kinder und Freiwilligen am Ende ihrer Kräfte.
Es war wirklich ein sehr sehr schönes und gelungenes Wochenende.
Allen Teilnehmern hat es trotz der Anstrengung sehr gut gefallen und es war wieder ein mal schön zu sehen wie der Sport vereint - Kinder, egal wie alt, welchen Dialekt sie sprechen, woher sie kommen oder welche Hautfarbe sie hatten, alle fühlten sich durch den Sport vereint und hatten super viel Spaß.
Wie würde Nelson Mandela jetzt sagen: "Sport has the power to change the world!


Und nun zu einem weiterem Highlight des Jahres.
Ich hatte euch ja schon mal von unserem Schwimmprojekt erzählt.
Natürlich haben wir dieses auch 2016 sehr erfolgreich weitergeführt.
Nach zwischenzeitlichen Zweifeln war es wie eine Bestätigung zu sehen, wie am Ende unseres Terms alle wussten , natürlich manche besser als andere, wie man schwimmt.
Als Auszeichnung für Ihre harte Arbeit und Ihren Erfolg organisierten Tieni und ich für sie einen Strandtag am Kingsbeach in PE.
Toben im Meer, Wellenreiten, "fisher fisher how deep is the water" am Strand spielen,Sandburgen bauen, gemeinsames Picknick und Fußball spielen ließen den Tag für uns alle zu einem unvergesslichen werden.


unsere Swimminkids und Miss Phumla

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an meine Spender, ohne Sie dieser Tag nicht möglich gewesen wäre!!
Leider kehrt jetzt in Südafrika der Winter ein, weshalb auch der Pool geschlossen bleibt und wir das Schwimmprojekt erstmal nicht weitergeführen können.
Ebenfalls von unseren Spendengeldern finanziert, haben Tieni und Ich uns eine Slackline für die Schule gekauft.
In Zukunft werden also unsere Kinder zusätzlich noch in Ihrer Beweglichkeit und Akrobatik getestet!  ;)

An der Stelle vom Schwimmunterricht trainieren wir jetzt zwei mal die Woche unser Girls-Soccerteam.
Ja, um ehrlich zu sein war es am Anfang echt hart, denn Fußball wird auch in Südafrika kaum von Mädchen gespielt.
Vieles in der Spielweise wird leider noch aus dem Netball kopiert so dass Tieni und ich schon öfters mit Händen überm Kopf am Seitenrand standen... :)
Aber nach ein paar Wochen Training läuft es mittlerweile schon viel viel besser.
Trotzdem ist noch einiges zu tun, denn Mitte Mai findet in East London ein großes Fußballtunier statt, bei dem auch wir mit unserem Team antreten werden!!
Damit unsere Mädchen noch besser werden und sich für das Tunier einspielen können, planen wir noch zusammen mit Luc und Sina ein Freundschaftspiel gegen ihr Mädchenteam.
Was ist noch passiert in der Schule die letzten Monate, einiges!
Viel zu viel um es zu schreiben, vor allem weil es meist auch einfach nur kleine Dinge sind, die man fast übersieht, aber trotzdem den eigenen Tag retten können!
Zu nennen ist noch unser Handball Match gegen das Team der Lamani Primary School von Esther und Julius letzten Mittwoch, bei dem unser Team (das auch bei der Handball Clinic angetreten ist) leider Chancenlos untergegangen ist... Ok ist aber auch unfair, weil Julius und Esther ja beide selber Handballer sind und ihr Team somit auch besser vorbereiten konnte..:)
das Handballmatch an der Lamani Primary School


unser Handball Team, auch Verlierer können glücklich sein!!!



Zu dem hat es unsere Schule geschafft, einen Computerraum einzurichten, in dem Tieni und Ich hoffentlich ab nächster Woche unterrichten können!

Apropos Computer, Tieni, Miss Sume (unsere Principal), und Victor (Grade 7 Teacher, macht immer Bilder) und Ich haben eine Facebook-Page für unsere Schule eingerichtet, auf der wir über aktuelle Events etc. auf dem Laufenden halten.
Vorbeischauen lohnt sich!!!
https://www.facebook.com/Charles-Duna-Primary-School-229245094079954/?ref=aymt_homepage_panel

Soweit so gut.
So sieht es bei mir im Moment in der Schule aus, hoffe euch hiermit ein lange überfälliges Update über meine Arbeit geben zu können.
Ich hoffe euch geht es auch allen gut und ihr werdet in den nächsten Tagen hoffentlich noch mal von mir hören.
Bis bald
Euer Lukas

Samstag, 19. Dezember 2015

Update....Besuch aus Deutschland, Überfall und neue Projekte an der Schule

Molweni,

nun ist seid dem letzten Blogeintrag doch schon einiges an Zeit vergangen ...Ich versuche jetzt mal alles Erlebte irgendwie kurz und knapp zusammenzufassen...glaube es ist mir nicht soooo sehr gelungen...:)


Man muss ja schon zugeben, dass man hier unten in Südafrika nicht mehr so viel mitbekommt, was in Deutschland und dem Rest der Welt so abgeht..daher war es für uns umso schöner, als die deutsche Delegation des Landes Niedersachsens zu uns ins Eastern Cape kam, um das Jubiläum der 20 jährigen Partnerschaft beider (Bundes-) Länder zu zelebrieren.
Da bei dieser Partnerschaft der Freiwilligendienst eine große Rolle spielt, nahm sich die Delegation zum Ziel, einige unserer ASC-Göttingen-Projekte im Eastern Cape vor Ort anzuschauen.
Natürlich ging es bei dieser Reise auch um wirtschaftliche Aspekte, so dass ein Besuch beim örtlichen VW-Werk in PE und bei Continental nicht fehlen durfte.
Da Continental ebenfalls für uns ASC-Freiwilligen in PE ein wichtiger Partner ist (Conti unterstütz das Freiwilligenprojekt in PE aufgrund der Nähe zu unseren Schulen, nächstes Jahr bekommen z.B. alle unsere Schulen Sachspenden wie Tore, Tischtennisplatten oder andere Sportgeräte von Conti gestellt) kam es dann zu einem gemeinsamen Treffen in den Conti-Werken.
Für diesen aufregenden Anlass haben wir Freiwilligen eine kleine Präsentation erstellt, die wir dann vor Conti und der niedersächsischen Delegation gehalten haben.
Die Delegation und wir bei Conti
Nach der reibungslos abgelaufenen Präsentation konnte man sich dann noch kurz mit den Vertretern unterhalten und man wurde mit den Worten "baut keine Scheiße.." verabschiedet...wirklich ein sehr entspanntes und interessantes Erlebnis für uns alle!
Außerdem wurde rund um die Partnerschaft des Landes Niedersachsen und dem Eastern Cape ein kleiner Film gedreht, in dem auch unser Freiwilligenprojekt und unsere Sportstunden in kurzen Sequenzen zu sehen sind. Wer mehr darüber erfahren will, kann sich den Film gerne unter folgendem Link angucken, vorbeischauen lohnt sich!!

https://www.youtube.com/watch?v=fW978mUKhkA


Doch dieser Besuch aus Deutschland sollte nicht der letzte bleiben.
Mitte November hatten wir die Ehre Ingo Dansberg und Daniel Kirchhammer vom ASC-Göttingen bei uns zu begrüßen.
Die beiden ASC-Mitarbeiter nahmen sich 2 1/2 Wochen Zeit, um sich wirklich alle unsere 7 Einsatzorte im Eastern Cape anzuschauen.
So machte sich die kleine "ASC-Delegation" aus Ingo, Daniel, Brett (Vertreter des ASCs im EC) und Lars (Vertreter des Landes Niedersachsen im EC) auf, um auch unsere Schulen in Port Elizabeth zu besuchen und sich unsere Projekte anzuschauen.
Leider wurde deren Besuch von einem für uns schrecklichen Ereignis überschattet.. Tieni und ich wurden in unserem Township, 100m Luftlinie von der Schule entfernt überfallen...
Ich probiere mal kurz zu erklären wie es dazu kommen konnte.
Nach einer Reihe von blöden und wirklich unglücklichen Umständen entschieden Tieni und Ich, am Morgen des Besuchs, die letzten Meter zu unserer Schule zu Fuß zu gehen.
Es war tatsächlich ein Weg von vielleicht guten 500m den wir auch zuvor schon einige male zu Fuß gegangen sind..zudem führt der Weg fast ausschließlich über die große Hauptstraße, die zu dieser Zeit immer viel befahren ist und auf der auch sonst immer viel Betrieb ist.
Auf jeden Fall hatten Tieni und Ich schon fast die Hälfte des Weges hinter uns gebracht, als ganz plötzlich 3 Männer von der anderen Straßenseite rübergelaufen kamen und Tieni umstellten und sie aufforderten, Handy und Portmonnaie zu abgeben. Da uns beigebracht wurde, bei solchen Fällen so schnell wie möglich alles abzugeben, um schlimmeres zu verhindern, gab Tieni alle ihre Sachen aus der Hand und bevor sich die Männer zu mir umderehen konnte sind wir beide weggelaufen....SCHOCK!!
Überfallen im eigenem Township, kurz vor unserer Schule, auf der Hauptstraße, am helligsten Tag, ausgerechnet an dem Tag, an dem Ingo, Daniel und die anderen kamen....wir standen beide völlig unter Schock und konnten uns das alles nicht erklären, hatten wir uns doch zuvor immer so sicher gefühlt!
Glücklicherweise kamen alle Lehrer, Freiwilligen, Brett und die anderen zu uns,um uns zu trösten und halfen uns den Schock zu verarbeiten.
Es war trotz des riesen Schocks echt schön zu sehen, wie sich alle um uns gekümmert haben und uns, vor allem aber Tieni, beigestanden haben!
Doch aus jedem schlechten Ereignis kann man auch etwas für die Zukunft mitnehmen:
Wir haben uns einfach viel zu sicher gefühlt und haben uns dem entsprechend in vielen Situationen leichtsinnig verhalten, für die Zukunft wissen wir jetzt aber, dass man sich nie zu sicher fühlen darf und vor allem, dass man niemals ohne Locals im Township zu Fuß laufen darf!!

Doch durch die wahnsinnige Unterstützung der Lehrer und der anderen Freiwilligen, konnten wir dieses Ereignis (das mit Abstand schlimmste hier in Südafrika) recht schnell hinter uns lassen.
Auch das konnte Tieni und mich nicht davon abhalten, weiterzumachen und zwei neue Projekte an der Charles Duna zu starten!
Da es jetzt hier in Südafrika Sommer wird/ist haben wir uns überlegt, ein Schwimmprojekt zu starten.
In Deutschland ist es ja üblich, dass alle Kinder das Schwimmen in der Schule lernen. In Südafrika ist das nicht so. Hier wird den Kindern nicht beigebracht, wie man schwimmt, so dass fast alle Kinder inklusive den Lehrern nicht schwimmen können.
Glücklicheweise ist die Charles Duna in dem "learn to swim"-Projekt der Uni, so dass wir kostenlos einen Pool im anliegendem Township benutzen können.
Seid dem nehmen wir jeden Mittwoch 13 Kinder der Grade 5 zum Pool und bringen ihnen die Basics im schwimmen bei.
mit Yonwaba von der Uni im Pool
Leider gibt es durch die Sommerferien einen kleinen Einschnitt aber nach den Ferien wird wieder voll durchgestartet.
Durch puren Zufall kam eines Tages ein Reporter-Team einer lokalen Zeitung an den Pool, die uns dann postwendend um ein Interview baten, in dem wir die Möglichkeit hatten über unser Schwimmprojekt und unsere Tätigkeit in Südafrika zu berichten.








Zu dem haben wir vor einigen Wochen eine Mädchen-Fußball-AG für Grade 6 (nach den Ferien wahrscheinlich auch noch Grade 4) gestartet. Auch wenn echt noch einiges zu tuen ist (Fußball ist bei den meisten Mädchen ein echt vollkommen unbeschriebenes Blatt, und "leider" ist hier bei den Mädchen Netball noch zu sehr in den Köpfen verankert, dass sie Fußball immer mit Netball vermischen..) macht es schon sehr viel Spaß und wir hoffen bald ein schlagkräftiges Team (Teams) aufbauen zu können und mit anderen Schulen Turniere und Matches zu veranstalten.
erste Versuche beim Fußball



Die letzten zwei Wochen vor den Ferien waren sehr ungewöhnlich für uns.
Da alle Examen, der Schulstoff und sonst alles Wichtige bereits seid längerem abgeschlossen waren, kamen kontinuierlich immer weniger Kinder zur Schule, so dass nur noch von kleineren Ausflügen zu Pools oder der Verabschiedung der Grade 7 (für die Grade 7 geht es nächstes Jahr auf die Highschool) zu berichten ist. Ansonsten war die Schule an vielen der letzten Tagen wie lehrgefegt.........



 Ausflug mit Grade 5

Ausflug mit Grade 6

mit Victor am Posen (er hat uns bei der Mädchen-Fußball-AG geholfen
die Männer am Grill
Farewell der Grade 7



Mittlerweile haben wir hier in Südafrika Schulferien. Bis Mitte Januar sind alle Schulen geschlossen.
Zeit für uns in den Urlaub zu fahren.
Der erste kurze Trip nach Coffee Bay haben wir erfolgreich abgeschlossen (Bericht folgt irgendwann), Weihnachten wird dann bei 30 Grad bei uns gefeiert und über Silvester werden wir dann nach Kapstadt aufbrechen. Ich hoffe ihr kommt alle, wo auch immer ihr seit, mehr in Weihnachststimmung, als ich es hier kann!

Bis bald
euer Lukas